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Ritter und ihre Tugenden

 

 

Ritter und Burgen

Das Wort "Ritter" bedeutet eigentlich Reiter eines vornehmen Ranges. Daraus bildeten sich dann die Begriffe R i t t e r l i c h k e i t, R i t t e r t u m, R i t t e r s t a n d e s.

Der Name Ritter tauchte als erstes in Griechenland noch vor Christigeburt auf, wenn gleich auch in fremder Sprache.

Die meisten europäischen Ritter lebten nicht mal auf einer Burg. Sie lebten auf dem Land und waren eine Art adlige Großbauern die sich um ihren Besitz kümmerten. Manche mußten sogar mit den Bauern und Leibeigene die Felder bestellen und die Ernte einbringen und das Vieh versorgen.


Auch das Leben auf der Burg war wahrlich nicht romantisch. Es gab in den Burgen keine Fenster im Winter war es kalt, zugig und feucht. Die Burg hatte meist nur den Zweck der Wehrhaftigkeit. Für den Burgherrn und seiner Familie gab es selten Gelegenheit, ein Fest zu feiern. Den prunkvollem Saal, beheizten Kemenaten war meist nur den Herzögen, Fürsten und Königen vorbehalten.

Gefährlich wurde es auch, sobald die Burg von Feinden belagert oder gestürmt wurde. Ab und zu kam es auch vor, dass die Ritter für ihren Fürsten in den Kampf ziehen mussten.


Für einen Burgherrn und seiner Familie war von höchster Wichtigkeit die Erwartung und Erlangung von Nachkommenschaft. Die Geburt eines erstgeborenes Sohnes wurde je nach Rang der Eltern gebührend gefeiert.

Die Niederkunft war damals ein gefährliches Ereignis, da damals die Hebammen nur wenig ärztliche Kenntnisse hatten und nur wenig davon verstanden.

Hatte das Kind die Geburt überlebt, wurde es, je nach Stand der Eltern, den Ammen übergeben oder dem Kind wurde Kuhmilch gegeben. Die Kuhmlich füllte man in Saugflaschen aus Horn.

Die Amme wartete das Kind bis zum 2. Lebensjahr, danach wuchs das Kind unter der Obhut der Frauen ziemlich wild auf, man klagte oft über ihre Untaten.

Erst mit 7 Jahren begann die Erziehung.

 

 

Ausbildung zum Knappen

Aber nicht immer verließ der junge Ritteranwärter das Elternhaus mit dem 7. Lebensjahr. Je nach Stand der Eltern kam es sogar vor, dass er die Pagenschule zu Hause bei seinem Vater oder bei älteren Brüdern durchlief und erst das Haus nach dem 14. Lebensjahr verließ.


Im Hochmittelalter konnte nicht jeder Ritter werden. Die Familie musste viel Geld haben um die teure Ritterausbildung bezahlen zu können.

Mit 7 Jahren wurde der Junge an den Hof eines Fürsten oder benachbarten Ritter geschickt. Dort diente er als Page, er lernte das Schwimmen, Singen, Tanzen, Reiten, Kämpfen, Bogenschiesen und mit der Axt umgehen. Er musste seinen Herrn und deren Familie bedienen. Er erhielt von der „hohen Dame“ eine Unterweisung der feinen, höfischen Sitte. Schon mit 7-12 Jahren begleiteten der Junge seinen Lehrmeister auf strapaziösen und gefährlichen Reisen, was den jungen Knappen entscheidend prägte.

Daneben sorgten Geistliche und fahrende Sänger für die zusätzliche Ausbildung. Ihm wurde die biblischen Geschichte und Legenden aus der Frühzeit, Musik und Gesang sowie die Heldentaten berühmter Vorfahren übermittelt. Manchmal lernte er auch etwas lesen und schreiben. Aber das wurde  damals nicht als wichtig erachtet.


 

Ritterschlag?

 

Hatte ein Knappe weitere 7 harte Jahre überstanden, erhielt er mit 21 Jahren den Ritterschlag. Die Entscheidung wurde von seinem Lehrherrn getroffen. Es konnte auch passieren, dass der Knappe erneut seine Tauglichkeit unter Beweis stellen musste, weil er trotz seiner 21 Jahren noch nicht reif für die Ritterwürde war.

Ein Dichter aus dem 14.Jahrhundert schrieb es nieder, was ein vollkommener Ritter können musste. (Ritterspiegel)

  1. „Zu einem vollkommenen Manne gehört, dass er wohl reiten kann, schnell auf- und absitzen, gut traben, rennen und wenden und dass er mit Verstand von der Erde aufnehmen kann.
  2. dass er schwimmen und im Wasser tauchen, sich vom Bauch auf den Rücken und krümmen kann.
  3. dass er mit Armbrust und Bogen umzugehen weiß. (Jagd)
  4. er muss auf Leitern an Seile und Stangen klettern können, dass nützt ihm im Kriege
  5. muss er behände sein und wohl tunieren, streiten und recht und redlich stechen können.
  6. muss er bei Gefechten und Scharmützeln ringen können, auch soll er weiter springen können als andere und mit der Rechten ebenso gut fechten können wie mit der Linken.
  7. muss er sich bei Tisch er sich gut benehmen können, tanzen hofieren, auch soll er das Bredspiel verstehen und alles, was ihn noch sonst zieren mag.“



Erfüllte der Knappe diese Punkte, wurde er zum Ritter geschlagen. Dies geschah meist auf Hochzeiten, Taufen und anderen Festen, auch vor oder nach einer Schlacht und meistens mehrere Knappen auf einmal.

Der Knappe fastete ein Tag vor der Zeremonie und nahm ein warmes Bad, dass die Reinigung allen Sünden symbolisierte und zog neue Kleider an. Die Nacht verbrachte er alleine im Gebet in der Kapelle  um am frühen Morgen die Beichte abzulegen. In der Heiligen Messe wurde sein Schwert geweiht und er empfing die heilige Kommunion. Nach dem Segen kniete der Knappe nieder, je nach Geldbeutel vor dem Ritter, Bischof, Fürsten, oder gar dem König selbst. Und bekam einen angemessenen Schwerthieb auf die Schulter mit den Worten „Sei ein friedfertiger, tapferer und treuer Krieger“. Oder:"Warum willst Du denn in den Ritterstand aufgenommen werden? Wenn du Reichtum und Ehre begehrst, bist Du nicht würdig.“


Danach wurden die strengen ritterlichen Aufgaben vorgetragen:

Er solle die Ungläubige und Ketzer bekämpfen, großen Mut zeigen und alle Versprechen halten, den Schwachen und Wehrlosen helfen. Waisen und Witwen beschürmen, nicht verschwenderisch mit seinem Besitz umgehen. Die Frauen höflich behandeln und nicht geizig sein, dem Kaiser und seinen Stellverteter dienen. Als Antwort schwor er auf die Bibel und darauf, seine Pflichten stets zu erfüllen. Sollte er diese Aufgaben  im Laufe der Zeit nicht erfüllen, verlor er an großem Ansehen.


 

 

Der junge Ritter hatte zwar die Ritterwürde erhalten aber noch nicht das Ansehen der älteren und erfahrenen Ritter. Dies musste er sich mindestens durch viele Tuniere und kriegerische Herausforderungen als fahrender Ritter erarbeiten, erst dann würde er von den älteren Ritter anerkannt werden.

 

 

 

 

Kriege

 

Im Frühmittelalter gab es fast ständig Kriege. Meist ging es darum Gebiete anderer Völker zu erobern und zu plündern an denen auch die Untertanen teilnehmen mussten. Auf Anregung der Geistlichkeit wurde 1041 in Frankreich ein "G o t t e s f r i e d e " (Treuga Dei) verkündet, welche die Kriege und Fehden auf gewisse Tage in der Woche beschränkte.


Im Hochmittelalter kämpften meist die Ritter in den Schlachten oder Fehden in denen es dabei um Macht, persönliche Rache und Landgewinn ging.

Adlige Ritter fochten manchmal in Zweikämpfen wie in einem Turnier die Kriege aus.

Die weniger adligen Krieger, die sich kein Pferd oder teure Ausrüstung leisten konnten gingen zu Fuß in den Krieg.


Im Spätmittelalter führten Herrscher große Heere mit bezahlten Soldaten an, die in Reihen angriffen. (Bsp. Hundertjährigerkrieg)

Die Entscheidungen für einen Krieg trafen die Herrscher; die Bevölkerung musste darunter leiden, dabei wurden die Ernten und Häuser zerstört.

 


 

 


 
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